BSC kämpft sich aus dem Saisontief zurück
Der Krise trotzig die Stirn geboten haben am vergangenen intensiven Heimspielwochenende die BSC Rollers. Kein Geringerer als der Rekordmeister RSV Lahn-Dill forderte die Muldestädter am Samstag zum Tanz auf dem Parkett. Nach der Hinrundenniederlage von 81:42 im Auswärtsspiel in Wetzlar war die Favoritenrolle am 15. Spieltag der Saison scheinbar klar verteilt. Aber, wie im Vorfeld berichtet, wollte der Trainer und sein Team, trotz des wichtigen Spiels am Folgetag gegen Hannover United, dem hessischen Übergegner mit der nötigen Konsequenz begegnen. Gleich von Beginn wurden die Gäste aus Wetzlar ihrer Rolle gerecht, setzten auf schnelle Akzente und konnten sich in Minute fünf bereits mit 2:7 Punkten leicht absetzen. Wiedereinmal benötigten die Zwickauer noch ein wenig Zeit, um ins Spiel zu finden. Im Osten also nichts Neues? Abwarten, denn hier sollte sich ein Spiel entwickeln, welches keiner in der Halle zu erhoffen gewagt hatte.
| Foto: Bert Harzer/HarzerPressefotos |
Titelverteidiger Lahn-Dill zeigte plötzlich Nerven und traf kaum noch aus der Mitteldistanz. Die Zwickauer hingegen verteidigte diszipliniert und nutzten ihrerseits die sich aus den Fehlern ergebenen Chancen. Der Lohn: ein 15:9 für die Heimmannschaft nach zehn gespielten Minuten. Logisch, dass sich die Zuschauer und das Team gegenseitig pushten. Auch im zweiten Viertel das gleiche Bild, die Wetzlarer trafen nur schwer und es entwickelte sich ein offenes Spiel, in welchem sich der BSC kurzzeitig sogar einen Spielstand von 28:18 Punkten erarbeiten konnte. Leider leistete sich Zwickau eine zweiminütige Schwächephase, in der gleich mehrere Leistungsträger mit ihrem Abschluss haderten und kleine Fehler einfache Körbe den Gästen ermöglichten. Somit stand es zur Halbzeit 30:26. Dennoch, die Devise war klar definiert: Hart arbeiten, diszipliniert den Gameplan weiterverfolgen und die sich bietenden Chancen nutzen. Trotz oder wegen der mangelnden Trefferquote auf beiden Seiten entwickelte sich ein Match auf Augenhöhe. Beim Stand von ausgeglichenen 41:38 Zählern startete man ins letzte Viertel. Hier kippte dann in Minute 37 die Partie leicht Richtung Lahn-Dill, diese stellten gekonnt auf 46:47. Doch so einfach sollte es nicht werden, sieben Sekunden vor Schluss erzwangen die BSCler mit einem schönen Spielzug und folgendem Korbleger den viel umjubelten Ausgleich zum 50:50 und die damit verbundene Verlängerung. Spätestens jetzt lagen bei Zuschauern, Trainern und Spielern die Nerven blank.
Auch in diesem Spielabschnitt wog das Spiel hin und her und der BSC konnte mit 54:52 in Führung gehen – leider verfolgte Zwickau danach das Wurfpech und die Gäste zogen auf 54:60 davon.
Zwar gelang es Scukas und Co. noch auf 58:60 zu verkürzen, aber der Rekordmeister konnte das Spiel an der Freiwurflinie schlussendlich mit 58:63 für sich entscheiden. Auch wenn die Niederlage bitter schmeckte, fand Trainer Marco Förster nur positive Worte für die Leistung seiner Jungs:
»Kompliment an meine Mannschaft, welche heute außerordentlich diszipliniert agiert hat und damit die schwache Trefferquote für sich ausnutzen konnte«, so Förster nach dem Match.
»Die Mannschaft hätte sich einen Sieg aus diesem Spiel verdient gehabt, aber leider fehlte uns im 2. Viertel für zwei Minuten die Konzentration und wir haben einen komfortablen Vorsprung aus der Hand gegeben - wenn man dann den weiteren Spielverlauf betrachtet, würde ich dies als Turning Point der Partie betrachten.«
Da nach dem Spiel bekanntlich vor dem Spiel ist, gab es nur 24 Stunden später ein weiteres Erstligamatch in Mosel zu bewundern. Trafen doch die BSC Rollers im Nachholspiel vom 11. Ligatag auf Tabellennachbar Hannover United. Wie auch Zwickau hatte die Hannoveraner am Tag zuvor ein hartes Spiel zu bestreiten, was die physische Ausgangslage für beide Seiten fair gestaltete und die konditionellen Fähigkeiten auf eine harte Probe stellte. Noch zu Beginn sah man keiner Mannschaft die vortäglichen Strapazen an. Es ging munter auf und ab mit leichten Vorteilen für die Schumannstädter, welche, wie auch schon gegen Lahn-Dill am Ende des 1. Viertels leicht in Führung gehen konnte (18:12). Zwickau verpasste in weiterer Folge die Möglichkeit sich abzusetzen, was Hannover die Chance gab auf Schlagdistanz zu bleiben und mit 29:23 in die Halbzeitpause zu gehen. Coach Martin Kluck fand wohl deutliche Worte in der Pause, denn Hannover kehrte deutlich erstarkt zurück ins Spiel und drehte gegen Mitte des dritten Viertels das Spiel verdient auf 35:37. Nach einer logischen Auszeit auf heimischer Seite überwanden die BSCler ihre Schwächephase und nutzen das Momentum um das Viertel, wenn auch hauchdünn, zu ihren Gunsten zu entscheiden. Im letzten Viertel entbrannte nochmals ein gelungenes Korb-an-Korbrennen und es zeichnete sich bereits ab, dass Kleinigkeiten am Ende den Unterschied machen würden. Schlussendlich bewahrte der BSC vor heimischem Publikum die Nerven und belohnte sich endlich für die gezeigten Leistungen der letzten Spiele mit einem Sieg. »Das tut richtig gut und ist enorm wichtig für das gesamte Team - es war ein Kampf auf Augenhöhe und Hannover hat uns alles abverlangt, aber am Ende des Tages zählt nur der Sieg.« Insgesamt sei am Doppelwochenende die konsequente Verteidigung der Schlüssel zum Erfolg gewesen, ist sich Förster sicher. »Ich hoffe, wir können dies in die nächsten Spiele mitnehmen, denn wir sind jetzt richtig hungrig.«

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